{"id":1156,"date":"2024-04-17T19:55:21","date_gmt":"2024-04-17T18:55:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plakat-raum-gesellschaft.ch\/?p=1156"},"modified":"2026-04-27T23:13:09","modified_gmt":"2026-04-27T22:13:09","slug":"stadtzuercher-al-reicht-motion-zur-einschraenkung-von-kommerzieller-aussenwerbung-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plakat-raum-gesellschaft.ch\/index.php\/2024\/04\/17\/stadtzuercher-al-reicht-motion-zur-einschraenkung-von-kommerzieller-aussenwerbung-ein\/","title":{"rendered":"Stadtz\u00fcrcher AL reicht Motion zur Einschr\u00e4nkung von kommerzieller Aussenwerbung ein"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u00dcberall mehren sich die Zeichen, dass die Befreiung des \u00f6ffentlichen Raums von den kommerziellen Interessen einiger weniger langsam in Fahrt kommt. Nachdem in der Romandie verschiedene Vorst\u00f6sse erfolgreich waren, wird auch in Z\u00fcrich dem Stadtrat Feuer unter dem Hintern gemacht. Heute hat die AL eine Motion zur Reduktion von kommerzieller Werbung eingereicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nachdem die Aussenwerbeindustrie seit \u00fcber 100 Jahren weitgehend unbehelligt allen Menschen ihre Erzeugnisse aufzwingen durfte, entscheiden sich immer mehr St\u00e4dte und Gemeinden, dieser Selbstverst\u00e4ndlichkeit einen Riegel zu schieben. Mit den Genfer Gemeinden Vernier und <a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/fr\/story\/geneve-lancy-va-supprimer-les-panneaux-de-pub-103023820\">Lancy<\/a> werden voraussichtlich 70&#8217;000 Menschen einen \u00f6ffentlichen Raum ohne kommerzielle Werbung geniessen k\u00f6nnen. In diesem Jahr wurden <a href=\"https:\/\/www.24heures.ch\/lausanne-les-elus-votent-la-fin-de-la-publicite-commerciale-820467197148\">Lausanne<\/a> ein Postulat und in <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/news\/schweiz\/werbeverbot-im-aussenraum-fordert-der-berner-stadtrat-66699951\">Bern<\/a> eine Motion angenommen, die dasselbe Ziel verfolgen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Z\u00fcrich: Stadtrat missachtet Willen des Parlaments<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Z\u00fcrich jedoch wehrt sich der Stadtrat (Exekutive) mit H\u00e4nden, F\u00fcssen und zuweilen auch alternativen Fakten gegen jegliche Eingriffe in seine Hoheit, allerorts blinkende Werbescreens zu bewilligen. Obwohl der Gemeinderat (Legislative) zwei Postulate zur Reduktion von Aussenwerbung und dem Abbau der bestehenden Werbebildschirme gutgeheissen hat, bewilligt das Hochbaudepartement munter weiter neue Stromfresser und missachtet den erkl\u00e4rten Willen des Parlaments.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antworten des Stadtrats auf die Postulate stehen aus und werden voraussichtlich auf den letzten Dr\u00fccker, im September 2024 und M\u00e4rz 2025, erfolgen. In der Vergangenheit haben die Stadtr\u00e4te Andr\u00e9 Odermatt (Hochbaudepartement) und Michael Baumer (Departement der Industriellen Betriebe) unmissverst\u00e4ndlich klargemacht, dass sie sich auf die Seite der Partikularinteressen der Aussenwerbeindustrie stellen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alternative Liste reicht Motion ein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb macht die Alternative Liste vorw\u00e4rts, ohne die Antworten abzuwarten. Weil solche Gesch\u00e4fte immer eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und die Gefahr besteht, dass in wenigen Jahren noch mehr klimasch\u00e4dliche Werbescreens an jeder Ecke stehen, hat die Fraktion der Alternativen Liste im Gemeinderat heute, 17. April 2024, eine Motion zur Reduktion von kommerziellen Werbefl\u00e4chen eingereicht. Vermutlich dauert es ein Jahr, bis es in dieser Sache weitergeht. Hoffentlich haben die Parlamentarier:innen bis dann begriffen, dass kommerzielle Aussenwerbung f\u00fcr die Konsumentinnen und B\u00fcrger immer ein Verlustgesch\u00e4ft ist: Es fliesst immer weniger zur\u00fcck an die Gemeinden, als wir \u00fcber unseren Konsum f\u00fcr die Aussenwerbung bezahlen. Die KMU werden in jedem Fall \u00fcbervorteilt durch das aktuelle Regime von riesigen regionen- und landesweiten Kampagnen von Grossunternehmen, die sich ungefragt in unser Sichtfeld und in unsere Hirne dr\u00e4ngen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Wortlaut der Motion:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Motion der Fraktion der Alternativen Liste<br><\/em><\/strong><em>Der Stadtrat wird beauftragt, dem Gemeinderat eine \u00c4nderung der Bauordnung \u2013 oder<br>eine neue Verordnung \u2013 zwecks Regelung von Reklamen, die im \u00f6ffentlichen Raum<br>sichtbar sind, vorzulegen. Diese strebt eine deutliche Reduktion der Reklamefl\u00e4chen<br>an und beschr\u00e4nkt diese auf<br>&#8211; den Aushang und die Beschriftung von Gesch\u00e4ften vor Ort,<br>&#8211; Werbung f\u00fcr lokale Veranstaltungen, f\u00fcr unkommerzielle Angebote oder zum<br>Zwecke der politischen Meinungsfindung, sowie<br>&#8211; Informationen der \u00f6ffentlichen Hand.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Reklamebildschirme sowie Reklamen mit dynamischem Inhalt sind in keinem Falle<br>zul\u00e4ssig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcbergangsbestimmungen regeln den Umgang mit bestehenden Bewilligungen und<br>Konzessionen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Begr\u00fcndung<\/em><\/strong><br><em>Werbung bringt zahlreiche negative gesellschaftliche Folgen mit sich, insbesondere<br>heizt sie die Konsumkultur an, und damit einhergehend auch der<br>Ressourcenverbrauch und somit die fortschreitende Umweltzerst\u00f6rung und die globale<br>Erw\u00e4rmung. Dies geschieht nicht nur bei offenkundig klimasch\u00e4dlichen Produkten wie<br>Flugreisen oder Fast Fashion, f\u00fcr welche die Stadtverwaltung immer noch \u2013 und im<br>Widerspruch zu Art. 152 Abs. 2 der Gemeindeordnung \u2013 Werbefl\u00e4chen auf \u00f6ffentlichen<br>Geb\u00e4uden oder Fahrzeugen zur Verf\u00fcgung stellt, sondern f\u00fcr fast alle dem<br>\u00dcberkonsum unterworfenen G\u00fctern, deren Absatz mittels Werbung k\u00fcnstlich generiert<br>wird. Die meiste Werbung l\u00e4uft also dem Ziel der Stadt Z\u00fcrich, die indirekten<br>Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren, entgegen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>W\u00e4hrend bei Druckerzeugnissen mit st\u00f6render Werbung die M\u00f6glichkeit besteht, auf<br>deren Lekt\u00fcre zu verzichten, und bei elektronischen Medien Werbung auf dem Ger\u00e4t<br>weitgehend blockiert werden kann, geschieht im \u00f6ffentlichen Raum die Aussetzung<br>gegen\u00fcber Werbung unfreiwillig und ist deshalb besonders st\u00f6rend. Sie reduzieren die<br>Aufenthaltsqualit\u00e4t an \u00f6ffentlichen Orten und in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Dies gilt<br>im Besonderen f\u00fcr Reklamebildschirme, welche der Stadtrat trotz der \u00dcberweisung<br>der Postulate 2022\/317 und 2022\/352 weiterhin bewilligt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Bev\u00f6lkerung braucht keine st\u00e4ndigen Erziehungsbotschaften durch die<br>finanzstarken, zu stetigem Umsatzwachstum gezwungenen marktwirtschaftlichen<br>Akteure. Sie weiss ihre Bed\u00fcrfnisse gut ohne st\u00e4ndige Manipulationsversuche durch<br>Werbeversprechen zu befriedigen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberall mehren sich die Zeichen, dass die Befreiung des \u00f6ffentlichen Raums von den kommerziellen Interessen einiger weniger langsam in Fahrt kommt. Nachdem in der Romandie verschiedene Vorst\u00f6sse erfolgreich waren, wird auch in Z\u00fcrich dem Stadtrat Feuer unter dem Hintern gemacht. 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