IG Plakat | Raum | Gesellschaft - Stellungnahme

 
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Zürich, 26. Januar 2007

Stellungnahme der IG Plakat | Raum | Gesellschaft zur «Stellungnahme der Schweizer Werbung zur Petition gegen Plakate»

Die IG Plakat | Raum | Gesellschaft hält fest: Die Petition strebt eine Reduktion von 50% der Plakatwerbung auf Gebiet der Stadt Zürich an. Die IG PRG ist nicht der Ansicht, dass dies gesetzlich festgeschrieben sein muss, sondern hofft, dass Selbstregulierungsmechanismen kostspielige und administrativ aufwändige Gesetze zu verhindern wissen. Fragen der Normierung von Plakatstellen, der Tradition des Mediums und der von den Plakatgesellschaften belegten Beliebtheit (immerhin 950'000 Schweizerinnen und Schweizer sollen Plakatwerbung als störend empfinden[1]) sind nicht Thema.

Das Gesamtkonzept 92 (GK92), welches Plakatwerbung in Zürich um 30% reduzierte, wurde vor fast 16 Jahren unterzeichnet und war zu seiner Zeit ein wichtiger Schritt, um die Werbewirksamkeit und das Image des Plakats zu fördern und die Stadt attraktiver zu gestalten.[2] Seit der Vertragsunterzeichnung im Juni 1991 hat — nicht zuletzt durch die Verbreitung der elektronischen Medien — ein Paradigmenwechsel in der kommerziellen Kommunikation stattgefunden, der mehr Selbstbestimmung bei der Rezeption von Werbebotschaften fordert. Die klassische Werbeindustrie hat noch nicht gelernt, mit der Individualisierung der Werbung umzugehen und steht heute vor einer grossen Herausforderung. Diese Einschätzung teilt auch Kaspar Loeb, CEO von Publicis.[3] Selbst Beat Roeschlin, CEO von Clear Channel Outdoor, ist der Ansicht, in der Schweiz gäbe es 30'000 Plakatstellen zuviel.[4] Mit dem GK92 wurde der Preis für den B4-Aushang verdoppelt, um die drohenden Einnahmeverluste auszugleichen — eine elegante Lösung, die auch heute möglich ist.

Die IG PRG ist überzeugt, dass sich eine Halbierung der Plakatstellen auf eine Weise durchsetzen lässt, die für die Werbeindustrie kaum schmerzlich ist und das Image der Stadt und die Werbewirksamkeit des Plakats erhöht.


Quellen
1 Ringier Romandie, Baromedia 2002.
2 Bauamt II der Stadt Zürich. GK92 Bericht. 28.2.1995.
3 Ackeret, M. Kaspar Loeb. Persoenlich rot. 1.6.2006.
4 Hänggi, C. Wildwuchs im Werbewald. iQ Nr. 43/2004.

Die Stellungnahme der Schweizer Werbung ist auf ihrer Website zu finden.